Geschichte

Geschichte des Schlosses ist eben so interessant wie die Geschichte Schlesiens. Nach Angaben historischer Quellen greifen die Anfänge des Klitschdorfer Schlosses bis ins Jahr 1297 zurück. Es wurde als eine Grenz-Wehrburg durch den Fürsten aus Swidnica (Schweidnitz), Bolko den Harten, am steilen Ufer der Kwisa gegründet.

 

Im 13. und 14. Jh. verloren die schlesischen Fürstentümer ihre Unabhängigkeit und viele Burgen gingen in die Hände der Ritterfamilien über und wurden in Schloss-Vorwerk-Anlagen umgestaltet.  Dies war auch das Schicksal der Klitschdorfer Burg, die 1391 zum Eigentum der sächsischen Familie von Rechenberg wurde. Die Güter KlitschdorfWehrau blieben fast 300 Jahre in ihren Händen. Die größten Verdienste um das Schloss erwarb sich Fürst Kacper Średni (Kaspar der Mittlere, ca. 15451588), der  den Umbau des Bauwerkes im Renaissancestil begonnen hat.

 

Die Umbauarbeiten wurden durch seinen Sohn, Kaspar den Jüngeren fortgesetzt und zu Ende gebracht. Kaspar der Mittlere war auch Stifter des Altars (1580) und des beeindruckenden hölzernen Familien-Epitaphs (1585) in der Pfarr-Trinitätskirche in Klitschdorf. Aus einer im Staatsarchiv in Wroclaw erhaltenen Deskription aus dem  17. Jh. ist zu erfahren, dass das Schloss aus Stein gebaut wurde, über 2 Ballsäle (davon einer im ersten Stock), 20 Zimmer, eine Küche und eine Kapelle verfügte. Kaspar der Jüngere errichtete auch Vorwerkgebäude (Mälzerei, Brauerei, Pferdestahl, Wagenhalle).

 

Der Besuch des böhmischen Königs Matthias in Klitschdorf (1611) zeugt von dem hohen Rang des Fürsten - er war doch kaiserlicher Rats- und Kammerherr. Infolge des  dreißigjährigen Krieges änderte sich der Schlossbesitzer. Nach einer Periode der Erb-Streitigkeiten wurde das Gut 1631 durch die Familie von Schellendorf übernommen und umgebaut. Zwei Generationen später ging es in die Hände der Familie von Frankenberg. Zu dieser Zeit änderte sich Charakter der Frontseite, Innenräume wurden modernisiert, das Löwentor gebaut und auf den Höfen barocke Springbrunnen errichtet, sowie die Gestaltung des Gartens geändert. 1747 wurde das Gut durch die Familie von Promnitz gekauft, die schon Güter in Pszczyna, Zary, Borowa und Nowogrodzeic besaß und 20 Jahre später wurde Klitschdorf durch Hans Christian Graf zu Solms-Baruth übernommen, infolge dessen Heirat mit der Witwe von Promnitz.

 

Erst die Nachfolger des Grafen begannen den umfangreichen Umbau des Schlosses. 1810 bekam der Ballsaal seine Empire-Ausstattung, es entstanden der neugotische Turm Jenny und der Reitsaal. Neue Vorwerksanlagen wurden auf dem Gelände vor dem Einfahrtstor gebaut.  1877 wurde das Gut dem Testament gemäß von Friedrich Hermann Johannes Georg Graf zu Solms-Baruth geerbt. Nach seinem Auftrag  begannen 1881 die Berliner Architekten Heinrich Kayser und Karl von Großheim den vier Jahre dauernden Umbau des Besitztums.  Die damals herrschenden Geschmäcker  ließen die Architekten ihre Inspiration in unterschiedlichen Stilarten suchen: in englischer Gotik, italienischer Renaissance, deutschem und französischem Manierismus. Diese Stilspuren lassen sich bei Besichtigung der Residenz auf der Fassade und in den Innenräumen erkennen, besonders im schönen Theaterraum. Eduard Petzold, der in ganz Europa für die Planung von Landschaftsparks bekannt war, plante auch hier den 80 ha großen englischen Park.

 

Der Alte Herzog zu Solms-Baruth erbte 1906 Titel des Fürsten, erfreute sich der Würde des Höchsten Palatins des letzen preußischen Kaisers, war Kammerherr des kaiserlichen Hofes, Kämmerer und Oberjägermeister. Er war sowohl für seine Vorliebe zur Jagd, als auch als Tierschützer und Pferdekenner bekannt. Sein Sohn Friedrich Hermann Christian Hans Graf zu Solms-Baruth  erbte 1920 das Gut.  In Klitschdorf jagte Thronfolger Kaiser Wilhelm II und  seine hohen Hofbeamten.

 

Während des 2. Weltkrieges wurden die Familienmitglieder nach dem misslungenen Anschlag auf Hitler verhaftet und ihr Besitztum beschlagnahmt.